AB 26.10. AUF DVD


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Synopsis

Eine Gruppe junger engagierter Menschen gründet im Herbst 2015 in Berlin die Initiative JUGEND RETTET. Über eine Crowdfunding-Kampagne kaufen sie einen umgebauten Fischkutter und taufen ihn auf den Namen „Iuventa“. Im darauffolgenden Jahr startet ihr Schiff zu seiner ersten Mission und schließt sich den Schiffen verschiedener NGOs, der italienischen Küstenwache sowie der Marine an.

Nach fast zwei Jahren Einsatz und ca. 14.000 auf hoher See geretteter Menschen wurde im August 2017 das Schiff plötzlich beschlagnahmt und von den italienischen Behörden in Lampedusa festgesetzt. Seitdem kursiert u.a. der Vorwurf der Kooperation mit Schlepperbanden. Eine Anklage ist jedoch bis heute nicht erfolgt. Die bewegende Geschichte wurde von Regisseur Michele Cinque festgehalten. Über ein Jahr lang verfolgt der Film das Leben der jungen Protagonist*innen, fängt die gesamte Spanne der Mission ein, beginnend mit dem Moment, in dem sie in See stechen und ihr unglaubliches Vorhaben wahr wird, bis zu dem Punkt, an dem dieser mit der politischen Realität kollidiert.

Trailer

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Statements

Director's note

JUGEND RETTET wurde von Jakob Schoen und weiteren jungen Menschen 2015 mit der Idee gegründet, über Spendengelder ein Schiff zu kaufen und damit symbolisch auf die katastrophalen Zustände der Flüchtlingsrouten im Mittelmeer aufmerksam zu machen. Das erste Mal habe ich von der „Iuventa“ – einem 33 Meter langen Fischkutter, der zum Seenotrettungsschiff umgebaut wurde – gehört, als sie sich im Sommer 2016 auf ihre erste Mission begeben wollte.

Ich war sofort von dieser Geschichte fasziniert und war mir bewusst, dass diese Jugendlichen etwas sehr Bedeutendes vorhaben. Ihr junges Alter, ihre unglaublich große Zuversicht, der Glaube, die Welt zum Besseren verändern zu können und die Leidenschaft, dies auch zu erreichen – es schien vorhersehbar, dass all dies zu irgendeinem Punkt mit der harten politischen Realität kollidieren würde.

Kurz bevor sie sich auf ihre erste Mission begeben sollten, rief ich JUGEND RETTET an. Zehn Tage später befand ich mich auf Malta an Bord des Schiffes auf dem Weg zur ersten Rettungsmission. Zuerst stellte ich mir vor, einfach nur die Emotionen und Eindrücke dieser Jugendlichen einzusammeln auf ihrer so ersehnten und lang vorbereiteten ersten Fahrt.

Doch ich entdeckte viel mehr als das. Nach der ersten Mission der „Iuventa“ auf See fuhr ich mit Jakob Schoen, dem Gründer von JUGEND RETTET, zurück nach Deutschland, um seine Heimkehr zu dokumentieren. Trotz der starken und sehr emotionalen Geschehnisse an Bord der „Iuventa“ hatte ich das Bedürfnis, mehr über diese jungen Leute zu erfahren. Ich wollte wissen, was sie antrieb, von ihren Träumen, Ängsten, und Hoffnungen hören, ihre Enttäuschungen einfangen.

So folgte ich der Geschichte ungefähr ein Jahr lang und begann im Sommer 2017, den Film zu schneiden. Weit bin ich nicht gekommen, denn im August 2017 erreichte mich die Nachricht der Beschlagnahme der „Iuventa“. Wieder brach ich völlig überstürzt zur „Iuventa“ auf.

Ich hatte nie Zeit, ein Drehbuch zu entwickeln, hatte keine Vorbereitungsphase und nur die Gewissheit, bei einer besonderen Geschichte dabei zu sein. Improvisation und schnelles Handeln war gefragt. Ich kam zu den Grundlagen meines dokumentarischen Arbeitens zurück und brachte die Geschehnisse einer komplexen und schmerzhaften Realität – persönlich und direkt durch die Kameraarbeit – in eine narrative Form. Der Film entstand aus der Überzeugung, dass diese Geschichte erzählt werden musste.

Pressenotiz

Mit einem 33 Meter langen Fischkutter, der zu einem Seenotrettungsschiff umgebaut wurde, begann die Mission der Initiative JUGEND RETTET – einem humanitären Seenotrettungsprojekt! Regisseur Michele Cinque begleitet das Team mit der Kamera, über ein ganzes Jahr lang.

Die ursprüngliche Idee der Initiative JUGEND RETTET war nicht, den Job der Behörden und des Militärs zu übernehmen. Vielmehr wollten die Mitglieder der NGO nach der Einstellung des europäischen Seenotrettungsprogramms Mare Nostrum 2015 dafür demonstrieren, dass ein organisiertes System auf hoher See weiterhin notwendig ist und zur moralischen Pflicht Europas gehört. Sie wollten ein Signal setzen.

Der Film beginnt mit der ersten Mission der „Iuventa“ als Seenotrettungsschiff und beobachtet die jungen Retter, die voller Tatendrang und Optimismus innerhalb von 15 Tagen 2.000 Menschen das Leben retten. Sie werden mit tiefer Dankbarkeit, aber auch dem Tod konfrontiert.

Während das Schiff repariert wird, tauschen sich die Schiffscrew und das Berliner Organisationsteam über das Erlebte aus, diskutieren den Sinn der Mission und ihrer Zukunft. Einzelne machen sich auf den Weg, um die von ihnen geretteten Menschen in italienischen Flüchtlingscamps aufzusuchen. Im darauffolgenden Frühjahr sticht das Schiff erneut in See. Doch im August 2017 wird die „Iuventa“ in einen italienischen Hafen beordert und dort von den Behörden beschlagnahmt. Die Staatsanwaltschaft erhebt schwere Vorwürfe: Menschenschmuggel und Zusammenarbeit mit Schlepperbanden. Das Team von JUGEND RETTET steht unter Schock und beginnt kämpferisch nach einem Ausweg zu suchen.

Der Film ist eine Lazy Film (IT) production in Ko-Produktion mit Bright frame (IT), Rai Cinema (IT), der Sunday Filmproduktions GmbH (DE), ZDF/3Sat (DE) und wurde gefördert mit durch die Mitteldeutsche Medienförderung MDM.

JUGEND RETTET

„Nach Ansicht Jugend Rettets wird die Rechtsstaatlichkeit vor dem Hintergrund der nachweislich haltlosen Vorwürfe auf eine harte Probe gestellt. Hierbei gerät in Vergessenheit, dass exemplarisch am Fall der IUVENTA Grundwerte unserer demokratischen Gesellschaft zur Disposition stehen: das Recht auf Flucht, auf Sicherheit und Leben, sowie die Wahrung der Menschenwürde. Der Kampf um diese Werte dient uns an diesem Tag als Motor und Motivation, mit unserer Arbeit weiterzumachen.“
Sophie Tadeus, Vorstandsmitglied von Jugend Rettet

„Die Tatsache, dass die IUVENTA mittlerweile über 8 Monate aus ihrem Einsatzgebiet abgezogen wurde und die italienischen Behörden auch heute nicht eingelenkt haben, ist ein Skandal. Die Zahl der Toten, die nur marginal geringer ist als 2017, spricht für sich und sollte PolitikerInnen und BürgerInnen stark zu denken geben.”
Philipp Külker, Sprecher von Jugend Rettet

Michael Brandt, DIE LINKE

„Das Vorgehen der italienischen Behörden ist politische Willkür, die täglich Menschenleben kostet. Die ‚Iuventa‘ hätte nie beschlagnahmt werden dürfen. Seitdem das Rettungsschiff Anfang August 2017 an die Kette gelegt wurde, sind bereits über 1.000 Flüchtende auf dem Mittelmeer ertrunken. Viele dieser Menschen hätten auch durch ‚Jugend rettet‘ noch am Leben und in Sicherheit sein können. Die Situation auf dem Mittelmeer ist eine humanitäre Katastrophe, an der die Bundesregierung durch ihre Abschottungspolitik eine Mitschuld trägt.“
Michael Brandt, Abgeordneter für Die Linke im Deutschen Bundestag

#FreeIUVENTA

#FreeIUVENTA - Seenotrettung ist kein Verbrechen

JUGEND RETTET ist ein Netzwerk junger Menschen, die sich organisiert haben um gegen das Sterben im Mittelmeer anzukämpfen. Wir haben ein Schiff, die IUVENTA, gekauft und bereits mehr als 14.000 Menschen aus Seenot gerettet. Damit wirken wir der humanitären Katastrophe auf dem Mittelmeer und dem kollektiven politischen Versagen an europäischen Außengrenzen entgegen. Am 1. August beorderte die italienische Seenotrettungsleitstelle die IUVENTA nach Lampedusa. Anschließend wurde sie von Italienischen Behörden präventiv beschlagnahmt. Am Tag zuvor weigerten wir uns, den so genannten Code of Conduct (Verhaltenskodex) der italienischen Regierung zu unterschreiben, der uns zum Bruch von internationalem Seerecht gezwungen hätte.

KRIMINALISIERUNG DER SEENOTRETTUNG

Das Ziel der europäischen Migrationspolitik ist, den humanitären Korridor zu schliessen. Um das zu erreichen, werden die im Mittelmeer tätigen NGOs von Rettungsaktionen abgehalten. Die Situation eskalierte in einer Kampagne der Verleumdung und Kriminalisierung durch Politik und Medien, die uns fälschlicherweise der Zusammenarbeit mit Schleppern beschuldigt. Als Rettungsorganisation befolgen wir die Anweisungen der verantwortlichen Behörde, der Seenotrettungsleitstelle in Italien. Unsere Rettungsmissionen berufen sich auf internationales Seerecht und beruhen auf den international anerkannten humanitären Prinzipien. Mit der Absicht, die Festung Europa an ihren Aussengrenzen noch brutaler abzuschotten, verwendet die italienische Staatsanwaltschaft Aussagen und Vorwürfe aus rechtsextremen Kreisen. In der politisch motivierten Kampagne gegen die NGOs werden u.a. zweifelhafte Beweise aus dem Umfeld der rechtsextremen Identitären Bewegung verwendet.

EUROPAS BEIHILFE ZU VÖLKERRECHTSVERLETZUNGEN

Im libyschen Bürgerkrieg kämpfen verschiedene Milizen um die Macht. Die sogenannte libysche Küstenwache ist einer Bürgerkriegspartei zugehörig und wird durch europäische Staaten unterstützt. Diese libysche Küstenwache verbietet unter Androhung von Gewalt das unbefugte Befahren internationalen Gewässers und missachtet geltendes See- und Völkerrecht. Menschen, die bei der Überfahrt nach Europa aufgegriffen werden, landen in Haftlagern mit katastrophalen Bedingungen und sind massivster Gewalt und Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt. Letztes Jahr sind über fünftausend Menschen bei dem Versuch, Europa über das Mittelmeer zu erreichen, gestorben.

UNTERSTÜTZEN

Europa übernimmt weiterhin keine Verantwortung für das unbeschreibliche Leid an unseren Außengrenzen, ermöglicht weder sichere Fluchtrouten noch staatliche Rettungsprogramme. Stattdessen finanzieren die europäische Staaten nun die Akteure, die gestern skrupellose Schlepper waren, damit sie heute im Dienste Europas Flüchtende von der Überfahrt abhalten. Währenddessen werden wir daran gehindert, mit unseren Rettungsmissionen die humanitäre Katastrophe zu dokumentieren und Menschenleben zu retten. Doch wir werden nicht aufhören, die tödliche Logik der europäischen Migrationspolitik anzuprangern und zu kritisieren. Mehr denn je sind wir nun auf deine Unterstützung angewiesen! Zeig dich solidarisch und erhebe deine Stimme für uns. Schon durch kleine Aktionen kannst du uns helfen: Teile unsere Beiträge! Setz dich für uns ein - egal ob mit einem Kommentar oder einem Transparent.

Nur zusammen können wir es schaffen, dass die IUVENTA wieder Leben retten kann.

crew

Regie:

Michele Cinque

Schnitt:

Piero Lassandro

Kamera:

Michele Cinque,
Martina Cocco

Ton:

Fabio Fortunati,
Alessandro Leonardi,
Giandomenico Petillo,
Malte Audick,
Jakob Mäsel

Musik:

HACKEDEPICCIOTTO

Sounddesign und Mischung:

Giuseppe D’Amato,
Giancarlo Rutigliano

Produzenten:

Michele Cinque,
Ognjen Dizdarevic,
René Frotscher,
Christof Brüning

Producer:

Thomas Jeschner,
Volker Zobelt,
Luca Pancaldi

Szenenbild:

Valerio Ciampicacigli

Dramaturgische Beratung:

Marco Saura

im kino

IUVENTA in Anwesenheit der Protagonisten von JUGEND RETTET in ausgewählten Kinos!

Sollte IUVENTA nicht in einem Kino Eurer Nähe laufen, fragt gerne direkt im Kino Eurer Wahl nach einer Vorführung, egal ob allein oder in der Gruppe.

Je mehr Leute den Film sehen wollen, umso wahrscheinlicher ist es, dass er auch gezeigt wird. Außerdem helfen wir Euch gerne bei der Organisation von Sondervorführungen im Kino. Schreibt uns eine Mail an dispo@farbfilm-verleih.de oder ruft uns an unter 030/ 29 77 29 - 27/ -28/ -29.

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    Eine Gruppe junger engagierter Menschen gründet im Herbst 2015 in Berlin die Initiative JUGEND RETTET. Über eine Crowdfunding-Kampagne kaufen sie einen umgebauten Fischkutter und taufen ihn auf den Namen „Iuventa“. Im darauffolgenden Jahr startet ihr Schiff zu seiner ersten Mission und schließt sich den Schiffen verschiedener NGOs, der italienischen Küstenwache sowie der Marine an.

    Nach fast zwei Jahren Einsatz und ca. 14.000 auf hoher See geretteter Menschen wurde im August 2017 das Schiff plötzlich beschlagnahmt und von den italienischen Behörden in Lampedusa festgesetzt. Seitdem kursiert u.a. der Vorwurf der Kooperation mit Schlepperbanden. Eine Anklage ist jedoch bis heute nicht erfolgt. Die bewegende Geschichte wurde von Regisseur Michele Cinque festgehalten. Über ein Jahr lang verfolgt der Film das Leben der jungen Protagonist*innen, fängt die gesamte Spanne der Mission ein, beginnend mit dem Moment, in dem sie in See stechen und ihr unglaubliches Vorhaben wahr wird, bis zu dem Punkt, an dem dieser mit der politischen Realität kollidiert.

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    Director's note

    JUGEND RETTET wurde von Jakob Schoen und weiteren jungen Menschen 2015 mit der Idee gegründet, über Spendengelder ein Schiff zu kaufen und damit symbolisch auf die katastrophalen Zustände der Flüchtlingsrouten im Mittelmeer aufmerksam zu machen. Das erste Mal habe ich von der „Iuventa“ – einem 33 Meter langen Fischkutter, der zum Seenotrettungsschiff umgebaut wurde – gehört, als sie sich im Sommer 2016 auf ihre erste Mission begeben wollte.

    Ich war sofort von dieser Geschichte fasziniert und war mir bewusst, dass diese Jugendlichen etwas sehr Bedeutendes vorhaben. Ihr junges Alter, ihre unglaublich große Zuversicht, der Glaube, die Welt zum Besseren verändern zu können und die Leidenschaft, dies auch zu erreichen – es schien vorhersehbar, dass all dies zu irgendeinem Punkt mit der harten politischen Realität kollidieren würde.

    Kurz bevor sie sich auf ihre erste Mission begeben sollten, rief ich JUGEND RETTET an. Zehn Tage später befand ich mich auf Malta an Bord des Schiffes auf dem Weg zur ersten Rettungsmission. Zuerst stellte ich mir vor, einfach nur die Emotionen und Eindrücke dieser Jugendlichen einzusammeln auf ihrer so ersehnten und lang vorbereiteten ersten Fahrt.

    Doch ich entdeckte viel mehr als das. Nach der ersten Mission der „Iuventa“ auf See fuhr ich mit Jakob Schoen, dem Gründer von JUGEND RETTET, zurück nach Deutschland, um seine Heimkehr zu dokumentieren. Trotz der starken und sehr emotionalen Geschehnisse an Bord der „Iuventa“ hatte ich das Bedürfnis, mehr über diese jungen Leute zu erfahren. Ich wollte wissen, was sie antrieb, von ihren Träumen, Ängsten, und Hoffnungen hören, ihre Enttäuschungen einfangen.

    So folgte ich der Geschichte ungefähr ein Jahr lang und begann im Sommer 2017, den Film zu schneiden. Weit bin ich nicht gekommen, denn im August 2017 erreichte mich die Nachricht der Beschlagnahme der „Iuventa“. Wieder brach ich völlig überstürzt zur „Iuventa“ auf.

    Ich hatte nie Zeit, ein Drehbuch zu entwickeln, hatte keine Vorbereitungsphase und nur die Gewissheit, bei einer besonderen Geschichte dabei zu sein. Improvisation und schnelles Handeln war gefragt. Ich kam zu den Grundlagen meines dokumentarischen Arbeitens zurück und brachte die Geschehnisse einer komplexen und schmerzhaften Realität – persönlich und direkt durch die Kameraarbeit – in eine narrative Form. Der Film entstand aus der Überzeugung, dass diese Geschichte erzählt werden musste.

    Pressenotiz

    Mit einem 33 Meter langen Fischkutter, der zu einem Seenotrettungsschiff umgebaut wurde, begann die Mission der Initiative JUGEND RETTET – einem humanitären Seenotrettungsprojekt! Regisseur Michele Cinque begleitet das Team mit der Kamera, über ein ganzes Jahr lang.

    Die ursprüngliche Idee der Initiative JUGEND RETTET war nicht, den Job der Behörden und des Militärs zu übernehmen. Vielmehr wollten die Mitglieder der NGO nach der Einstellung des europäischen Seenotrettungsprogramms Mare Nostrum 2015 dafür demonstrieren, dass ein organisiertes System auf hoher See weiterhin notwendig ist und zur moralischen Pflicht Europas gehört. Sie wollten ein Signal setzen.

    Der Film beginnt mit der ersten Mission der „Iuventa“ als Seenotrettungsschiff und beobachtet die jungen Retter, die voller Tatendrang und Optimismus innerhalb von 15 Tagen 2.000 Menschen das Leben retten. Sie werden mit tiefer Dankbarkeit, aber auch dem Tod konfrontiert.

    Während das Schiff repariert wird, tauschen sich die Schiffscrew und das Berliner Organisationsteam über das Erlebte aus, diskutieren den Sinn der Mission und ihrer Zukunft. Einzelne machen sich auf den Weg, um die von ihnen geretteten Menschen in italienischen Flüchtlingscamps aufzusuchen. Im darauffolgenden Frühjahr sticht das Schiff erneut in See. Doch im August 2017 wird die „Iuventa“ in einen italienischen Hafen beordert und dort von den Behörden beschlagnahmt. Die Staatsanwaltschaft erhebt schwere Vorwürfe: Menschenschmuggel und Zusammenarbeit mit Schlepperbanden. Das Team von JUGEND RETTET steht unter Schock und beginnt kämpferisch nach einem Ausweg zu suchen.

    Der Film ist eine Lazy Film (IT) production in Ko-Produktion mit Bright frame (IT), Rai Cinema (IT), der Sunday Filmproduktions GmbH (DE), ZDF/3Sat (DE) und wurde gefördert mit durch die Mitteldeutsche Medienförderung MDM.

    JUGEND RETTET

    „Nach Ansicht Jugend Rettets wird die Rechtsstaatlichkeit vor dem Hintergrund der nachweislich haltlosen Vorwürfe auf eine harte Probe gestellt. Hierbei gerät in Vergessenheit, dass exemplarisch am Fall der IUVENTA Grundwerte unserer demokratischen Gesellschaft zur Disposition stehen: das Recht auf Flucht, auf Sicherheit und Leben, sowie die Wahrung der Menschenwürde. Der Kampf um diese Werte dient uns an diesem Tag als Motor und Motivation, mit unserer Arbeit weiterzumachen.“
    Sophie Tadeus, Vorstandsmitglied von Jugend Rettet

    „Die Tatsache, dass die IUVENTA mittlerweile über 8 Monate aus ihrem Einsatzgebiet abgezogen wurde und die italienischen Behörden auch heute nicht eingelenkt haben, ist ein Skandal. Die Zahl der Toten, die nur marginal geringer ist als 2017, spricht für sich und sollte PolitikerInnen und BürgerInnen stark zu denken geben.”
    Philipp Külker, Sprecher von Jugend Rettet

    Michael Brandt, DIE LINKE

    „Das Vorgehen der italienischen Behörden ist politische Willkür, die täglich Menschenleben kostet. Die ‚Iuventa‘ hätte nie beschlagnahmt werden dürfen. Seitdem das Rettungsschiff Anfang August 2017 an die Kette gelegt wurde, sind bereits über 1.000 Flüchtende auf dem Mittelmeer ertrunken. Viele dieser Menschen hätten auch durch ‚Jugend rettet‘ noch am Leben und in Sicherheit sein können. Die Situation auf dem Mittelmeer ist eine humanitäre Katastrophe, an der die Bundesregierung durch ihre Abschottungspolitik eine Mitschuld trägt.“
    Michael Brandt, Abgeordneter für Die Linke im Deutschen Bundestag

  • #FreeIUVENTA

    #FreeIUVENTA - Seenotrettung ist kein Verbrechen

    JUGEND RETTET ist ein Netzwerk junger Menschen, die sich organisiert haben um gegen das Sterben im Mittelmeer anzukämpfen. Wir haben ein Schiff, die IUVENTA, gekauft und bereits mehr als 14.000 Menschen aus Seenot gerettet. Damit wirken wir der humanitären Katastrophe auf dem Mittelmeer und dem kollektiven politischen Versagen an europäischen Außengrenzen entgegen. Am 1. August beorderte die italienische Seenotrettungsleitstelle die IUVENTA nach Lampedusa. Anschließend wurde sie von Italienischen Behörden präventiv beschlagnahmt. Am Tag zuvor weigerten wir uns, den so genannten Code of Conduct (Verhaltenskodex) der italienischen Regierung zu unterschreiben, der uns zum Bruch von internationalem Seerecht gezwungen hätte.

    KRIMINALISIERUNG DER SEENOTRETTUNG

    Das Ziel der europäischen Migrationspolitik ist, den humanitären Korridor zu schliessen. Um das zu erreichen, werden die im Mittelmeer tätigen NGOs von Rettungsaktionen abgehalten. Die Situation eskalierte in einer Kampagne der Verleumdung und Kriminalisierung durch Politik und Medien, die uns fälschlicherweise der Zusammenarbeit mit Schleppern beschuldigt. Als Rettungsorganisation befolgen wir die Anweisungen der verantwortlichen Behörde, der Seenotrettungsleitstelle in Italien. Unsere Rettungsmissionen berufen sich auf internationales Seerecht und beruhen auf den international anerkannten humanitären Prinzipien. Mit der Absicht, die Festung Europa an ihren Aussengrenzen noch brutaler abzuschotten, verwendet die italienische Staatsanwaltschaft Aussagen und Vorwürfe aus rechtsextremen Kreisen. In der politisch motivierten Kampagne gegen die NGOs werden u.a. zweifelhafte Beweise aus dem Umfeld der rechtsextremen Identitären Bewegung verwendet.

    EUROPAS BEIHILFE ZU VÖLKERRECHTSVERLETZUNGEN

    Im libyschen Bürgerkrieg kämpfen verschiedene Milizen um die Macht. Die sogenannte libysche Küstenwache ist einer Bürgerkriegspartei zugehörig und wird durch europäische Staaten unterstützt. Diese libysche Küstenwache verbietet unter Androhung von Gewalt das unbefugte Befahren internationalen Gewässers und missachtet geltendes See- und Völkerrecht. Menschen, die bei der Überfahrt nach Europa aufgegriffen werden, landen in Haftlagern mit katastrophalen Bedingungen und sind massivster Gewalt und Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt. Letztes Jahr sind über fünftausend Menschen bei dem Versuch, Europa über das Mittelmeer zu erreichen, gestorben.

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    Europa übernimmt weiterhin keine Verantwortung für das unbeschreibliche Leid an unseren Außengrenzen, ermöglicht weder sichere Fluchtrouten noch staatliche Rettungsprogramme. Stattdessen finanzieren die europäische Staaten nun die Akteure, die gestern skrupellose Schlepper waren, damit sie heute im Dienste Europas Flüchtende von der Überfahrt abhalten. Währenddessen werden wir daran gehindert, mit unseren Rettungsmissionen die humanitäre Katastrophe zu dokumentieren und Menschenleben zu retten. Doch wir werden nicht aufhören, die tödliche Logik der europäischen Migrationspolitik anzuprangern und zu kritisieren. Mehr denn je sind wir nun auf deine Unterstützung angewiesen! Zeig dich solidarisch und erhebe deine Stimme für uns. Schon durch kleine Aktionen kannst du uns helfen: Teile unsere Beiträge! Setz dich für uns ein - egal ob mit einem Kommentar oder einem Transparent.

    Nur zusammen können wir es schaffen, dass die IUVENTA wieder Leben retten kann.

  • Crew

    Regie:

    Michele Cinque

    Schnitt:

    Piero Lassandro

    Kamera:

    Michele Cinque,
    Martina Cocco

    Ton:

    Fabio Fortunati,
    Alessandro Leonardi,
    Giandomenico Petillo,
    Malte Audick,
    Jakob Mäsel

    Musik:

    HACKEDEPICCIOTTO

    Sounddesign und Mischung:

    Giuseppe D’Amato,
    Giancarlo Rutigliano

    Produzenten:

    Michele Cinque,
    Ognjen Dizdarevic,
    René Frotscher,
    Christof Brüning

    Producer:

    Thomas Jeschner,
    Volker Zobelt,
    Luca Pancaldi

    Szenenbild:

    Valerio Ciampicacigli

    Dramaturgische Beratung:

    Marco Saura

  • im Kino

Buch Michele Cinque, Marco Saura     Schnitt Piero Lassandro     Kamera Michele Cinque, Martina Cocco     Musik HACKEDEPICCIOTTO     Sounddesign und Mischung Giuseppe D’Amato, Giancarlo Rutigliano

eine Produktion von Lazy Film und RAI CINEMA     In koproduktion mit Bright Frame, Sunday Filmproduktion und ZDF/3SAT     mit der unterstützung von MDM Mitteldeutsche Medienförderung

Redaktion Udo Bremer     Executive producers Michele Cinque, Ognjen Dizdarevic, René Frotscher, Christof Brüning     Production designer Valerio Ciampicacigli